A2 Lehner Robold Diplomingenieure Architekten

büro gesandtenstraße neupfarrplatz

die achse gesandtenstraße-neupfarrplatz-kassiansplatz durchschneidet als zentrale ost-west-verbindung das altstadtgefüge regensburgs. unter einer sorgfältigen detaillierung der neuen beläge fügt sich die gesamtmaßnahme in das neugestaltungskonzept der regensburger altstadtplätze ein.
die stadthistorische bedeutung von der römerzeit über das mittelalter bis zur neuzeit ist mit vielschichtigen veränderungen verbunden. dominierend in der platzanlage ist die neupfarrkirche, die in der renaissance nach der vertreibung der juden 1519, der zerstörung der wohnhäuser und ihrer synagoge errichtet wurde. räumlich gefaßt wird der platz durch eine vom 19. und 20. jahrhundert geprägten, teils sehr heterogenen bebauung.
die neugestaltung des neupfarrplatzes hat die wiedergewinnung des zentralen innerstädtischen stadtraumes für bewohner und besucher zum ziel. im mittelpunkt der altstadt sollen vielschichtige nutzungen ermöglicht werden, wie zugang zum dokumentationszentrum unter dem platz, marktnutzung, platzbestuhlungen entlang der nördlichen bebauung sowie sonderveranstaltungen.
die gestaltung des stadtbodens des neupfarrplatzes steht bewußt im kontrast zum regensburger altstadtpflaster und beabsichtigt die erzeugung eines spannungsfeldes zwischen der neuzeitlichen entstehung des platzes als einbruch in die mittelalterliche platzstruktur und einer neuen definition des platzraums beim eintreten über den belagswechsel im westlichen übergang zur gesandtenstraße.
die weiße bänderung erklärt römische stadtgeschichte.
zur gliederung der platzfläche mit ca. 7000 m2 wurden großfelder mit einheitlichem platzraster in unterschiedlichen winkelbezügen entwickelt.

kassiansplatz

platzprägend inmitten der 4-geschoßigen bebauung sind die st. kassianskirche und der neubau eines kaufhauses. auf den neuge-stalteten flächen wechseln klein- und binderstein aus warmtonigem granitmaterial. ein kalksteinteppich mit einer geschnittenen baum-zeile definiert den vorplatz am nordportal der kirche. wandscheiben aus stahl mit sitzfunktion begrenzen den abgang zur trafostation, ein wasserspender und freiplätze unter bäumen unterstreichen den aufenthaltscharakter im südlichen platzbereich.

kiosk

eine stadtinformationsanlage als stadtbildprägendes bindeglied zwi-schen neupfarrplatz und kassiansplatz erinnert an die historische situation "am spielhof". unter einem gemeinsamen dach werden infrastruktureinrichtungen als eingestellte elemente zusammen gefasst. eine glaskanzel mit einem schiebefenster orientiert sich zum platz. die dachuntersicht aus weiss lasierten seekieferplatten wird in der nacht angestrahlt und erzeugt ein gleichmäßiges, blend-freies licht.

lichtkonzept

leuchten entlang des kirchensockels, hohe lichtstelen an den 4 kir-chenaufgängen, niedrige pollerleuchten an den eckpunkten, strahler am portikus der alten wache und linienleuchten unter den sitzbän-ken wurden als individuelle sonderleuchten gemeinsam mit einem lichtingenieur entwickelt. eine differenzierung des lichts auf dem platz soll eine blendfreie hell- dunkelabstufung und eine besondere, stimmungsvolle atmosphäre erzeugen.


architekten: 
architekturbüro A2 lehner robold, regensburg

bauherr:
stadt regensburg, planungs- und baureferat

fertigstellung: 11/2002

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